376 Mal krachte es 2024 im Amt

Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Zürich mit zwiegespaltenem Ergebnis

Am Mittwoch hat die Kantonspolizei ­Zürich bei einer Medienveranstaltung in Zürich die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik 2024 präsentiert. Das Ergebnis ist zwiegespalten: Die Gesamtzahl der Unfälle im Kantonsgebiet liegt mit 15372 Ereignissen um 2,3 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Sogar noch positiver präsentiert sich der Trend bei der Zahl der Schwerverletzten, die gegenüber dem Fünf-Jahres-Durchschnitt um 15,6 Prozent zurückgegangen ist.

Zahl der getöteten Personen liegtüber dem Durchschnitt

Im krassen Gegensatz dazu stieg die Zahl der getöteten Personen im Strassenverkehr um 33,6 Prozent gegenüber dem Fünfjahresmittel an, es verloren im Lauf des letzten Jahres kantonsweit 35 Personen bei Unfällen ihr Leben. Dem ­gegenüber steht eine Zunahme der ­Bevölkerung um 2,1 Prozent (es lebten im Jahr 2024 rund 1,6 Millionen Personen im Kanton) sowie des Fahrzeugbestandes um 2,2 Prozent (1022562 Fahrzeuge im Jahr 2024).

Thomas Iseli, Chef der Verkehrspolizei bei der Kantonspolizei Zürich, betonte an der Pressekonferenz: «Die lang­jährige Statistik unterliegt gewissen Schwankungen.» Die zuletzt gestiegenen Zahlen bei den Verkehrstoten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte erzielt wurden. Den traurigen Höchststand in der Statistik repräsentiert das Jahr 1971, in dem 260 Menschen bei Unfällen im Kantonsgebiet ihr Leben verloren, der Tiefststand wurde im Jahr 2021 mit 20 Verkehrstoten verzeichnet. Die von der Kantonspolizei gezeigte Grafik macht aber auch deutlich, dass das ­Absinken der Zahlen über die Jahre keineswegs linear verlief, so sticht in der Kurve etwa im Jahr 2001 ein deutlicher Ausschlag nach oben ins Auge. «Die tödlichen Unfälle des vergangenen Jahres sind ebenfalls als tragische Einzelereignisse zu betrachten, es handelt sich nicht um eine Trendumkehr», erklärte der Chef der Verkehrspolizei.

Tiefste Anzahl an Schwerverletzten seit Beginn der Aufzeichnung

Bei der Statistik der Schwerverletzten im Strassenverkehr wird mit 452 Fällen der bis anhin tiefste Stand von 510 im Jahr 2022 klar unterboten und liegt ebenso klar unter dem Fünfjahresmittel. Bei den ausgewiesenen Unfallzahlen im Kantonsgebiet ohne die Städte Zürich und Winterthur, aber inklusive der Hochleistungsstrassen, listet die Kantonspolizei unter der Rubrik «Auffälligkeiten» im Jahr 2024 folgende Fakten auf: die tiefste Anzahl an Schwerverletzten seit ­Beginn der Aufzeichnung, eine Zunahme bei den tödlichen Verkehrsunfällen (23 Personen) und ein anhaltender Trend zu deutlich weniger ­Velounfällen. Als häufigste Unfallursache wird Unaufmerksamkeit und Ablenkung angegeben. Ebenfalls auf das Kantonsgebiet ohne die grossen Städte bezogen sind folgende Fakten: 75 Prozent aller Schwerverletzten und Getöteten im vergangenen Jahr waren ­ungeschützte Verkehrsteilnehmende, 61 Prozent waren Zweiradlenkende. Die Kantonspolizei hielt am ­Medienanlass auch fest, dass schwerwiegende Verkehrsunfälle immer vordefinierte Prozesse zur Nachbearbeitung nach sich zögen.

So erfolge eine verkehrstechnische Unfallanalyse durch spezialisierte Fachkräfte (dazu zählt unter anderem die punktgenaue Abmessung der Unfallstelle und die fotografische Aufnahme), zudem komme es jeweils zu Besprechungen mit dem Strasseneigentümer (Tiefbauamt/Gemeinde). Bei Bedarf würden zeitnah Verbesserungen an der Infrastruktur vorgenommen und diese auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

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