Ein Ultramarathon als spezielles Abschlussprojekt

Sek-Schüler Liam Eicher sammelt Spenden für seinen 100-Kilometer-Lauf

Hoch motiviert blickt Liam Eicher dem 5. April entgegen. An diesem Datum will er 100 Kilometer laufen. (Bild Sandra Isabél Claus)

Als Abschlussprojekt der Sekundar­schule in Mettmenstetten hat sich der 15-jährige Liam Eicher etwas Ausser­gewöhnliches einfallen lassen: Er will einen 100-Kilometer-Ultramarathon laufen. An einem Stück, wohlgemerkt.

Auf die Idee kam er eher en passant. Als jüngeres Kind spielte er Fussball und war später mehrere Jahre in der Jugi des Turnvereins. Seit Sommer letzten Jahres begann er mit dem Joggen. «Und irgendwann dachte ich: Jetzt will ich einen Marathon rennen.» Wegen seines jungen Alters ist er an offiziellen Marathons noch nicht zugelassen. Meist gilt für die Strecke von 42,195 km das Mindestalter von 18 Jahren. Erst dann erreicht das Skelett eines Jugendlichen seine Reife, und die Muskeln vermögen, die extremen Belastungen aufzufangen. Um die Herausforderung dennoch anzunehmen, stellte er sich die Strecke seines ersten Marathons selbst zusammen. Diese führte ihn im September um den Zugersee – in fünf Stunden und zehn Minuten. Erschöpft war er danach nicht. Am Abend ging er an die Chilbi in ­Mettmenstetten.

Nach seinem ersten Marathon ging er am Abend an die Chilbi

Nach dieser erfolgreichen Premiere meldete er sich für den «Frauenfelder» Juniorenlauf an, der ihn im November in der Halbmarathon-Distanz von Wil nach Frauenfeld führte. Der Vorteil, an organisierten Läufen teilzunehmen, besteht darin, dass die Streckenführung klar ist, unterwegs verschiedene Verpflegungsstopps warten und alle paar Kilometer ein Sanitätsposten eingerichtet ist. Nach diesem euphorisierenden Erlebnis spielte Liam Eicher mit einem neuen Gedanken: «Einen Lauf mit einer dreistelligen Kilometerzahl zu schaffen, das wäre cool.» Und da die Schülerinnen und Schüler der dritten Oberstufe in Mettmenstetten bis Juni ein Abschlussprojekt realisieren müssen, liess sich sein hochgestecktes Ziel damit ideal verbinden. Das Datum legte er auf Samstag, 5. April. Die Strecke wird ihn dieses Mal um den Zürichsee führen mit Start beim Bürkliplatz.

Morgens vor der Schule joggt Liam seine Kilometer

Die Vorbereitungen auf diesen grossen Tag laufen zurzeit auf Hochtouren. Seit rund drei Monaten steht Liam Eicher jeweils zweimal pro Woche um 5 Uhr auf und joggt vor der Schule, wenn es noch dunkel ist, etwa 10 Kilometer. Zudem wartet einmal pro Woche ein Langstreckenlauf von 30 bis 50 Kilometern auf ihn, bevor er am Wochenende weitere 15 bis 20 Kilometer pro Tag zurücklegt. Sein detaillierter Trainingsplan gibt neben unterschiedlich langen Läufen auch regelmässiges Krafttrainings sowie ausgiebiges Dehnen vor. Und mindestens einen Tag Erholung pro Woche gönnt er sich. Hilfreiche Tipps erhält er von Yvonne Hugelshofer, unter anderem Schweizer Meisterin im 48-Stunden-Lauf. Sie legte während 48 Stunden mehr als 273 Kilometer zu Fuss zurück.

Für einen Läufer ist ein guter Schuh das A und O. Deshalb hat sich Liam Eicher einer professionellen Lauf­analyse unterzogen und sich daraufhin für einen neuen Laufschuh entschieden. Zusammen mit Laufsohlen erhält er damit bestmögliche Stabilität und Komfort. Eine ebenfalls zentrale Rolle bei solch sportlichen Superlativleistungen spielt die Ernährung. Bei langen Strecken hilft er sich mit einer Trinkweste und Powergels mit und ohne Koffein. Die verbrauchten Kalorien kompensiert Liam Eicher mit kohlehydrat- und eiweissreichen Mahlzeiten. Morgens trinkt er Randensaft und isst ein ausgewogenes, proteinhaltiges Frühstück. Zudem nimmt er Supplemente zu sich, wie Vitamin C, Multivitamin, Magnesium etc. Liam Eichers Abschluss­projekt tangiert das Familienleben, und dies nicht nur betreffend Einkauf und Kochen.

3000 Franken als Spendenziel für einen afrikanischen Jugendlichen

Die Eltern und sein Zwillingsbruder unterstützen Liam in seinem Vorhaben. Sie nehmen die geplante Route genau unter die Lupe. Dazu gehört die ­Rekognoszierung gewisser Strecken­abschnitte, das Finden von Toiletten auf der Route, das Planen von Posten für Verpflegung und Getränke sowie das Organisieren von Fans für die Unterstützung während des Laufs. Denn 100 Kilometer zu rennen, verlangt nicht nur die beste körperliche Verfassung, sondern ebenso enorme mentale Stärke. Um sich zusätzlich zu motivieren, verbindet Liam Eicher sein Unterfangen mit einem guten Zweck. Nach längerer Recherche entschied er sich, den Lauf mit einer Spendenaktion für das Projekt «4africa» zu verknüpfen. Diese Initiative unterstützt talentierte junge Sportler in Afrika, indem sie ihnen ­Zugang zu professionellem Training und Ausbildung verschafft.

Um möglichst viele Spenden zu sammeln, hat Liam eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit.com gestartet. Sein Ziel: 3000 Franken zu sammeln, um damit einem afrikanischen Jugendlichen eine Sportausbildung zu ermöglichen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, findet es auf wemakeit.com unter der Suchoption «100km Ultramarathon 4 Africa» oder über folgenden Link: wemakeit.com/projects/100km-ultramarathon-4-africa-2025

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