Zustimmung zu einem neuen Schulhaus

Der Bau eines neuen Schulgebäudes für die Sekundarschulgemeinde Bonstetten, Stallikon, Wettswil rückt näher. Die Gemeindeversammlung hat einem Projektierungskredit über 280 000 Franken zugestimmt. Und sie hat entschieden, regionale Sportvereine für die Benutzung des Sportzentrums Schachen nicht zur Kasse zu bitten.

Floorball Albis bot viele Vereinsmitglieder zur GV auf, um ihrer Ablehnung gegen die Neudefinition einheimischer Vereine Nachachtung zu verschaffen. <em>(Bild sts)</em>
Floorball Albis bot viele Vereinsmitglieder zur GV auf, um ihrer Ablehnung gegen die Neudefinition einheimischer Vereine Nachachtung zu verschaffen. <em>(Bild sts)</em>

Der Einladung zur Gemeindeversammlung am vergangenen Donnerstag in der Sekundarschule «Im Bruggen» folgten 48 Stimmberechtigte der Sekundarschulgemeinde Bonstetten, Stallikon und Wettswil. Zur Debatte stand der Neubau eines Schulhauses für die Sekundarschule der drei Gemeinden. Prognosen sagen einen Anstieg der Sekundarschülerzahlen von heute 335 auf rund 400 bis ins Jahr 2022 voraus. Damit wird auch die Zahl der Klassen von heute 18 auf 20 steigen. Geplant ist der Bau eines neuen Schulgebäudes mit acht Klassenzimmern. Die Baukosten werden auf 10 bis 12 Millionen Franken veranschlagt.

Die GV hatte über einen Projektkredit von 280000 Franken zu entscheiden, sowie über vier Projektvarianten: Projektwettbewerb mit Architekt, Projekt mit Generalunternehmer, Gesamtleistungswettbewerb oder Totalunternehmerausschreibung. Schulpräsidentin Tamara Fakhreddine erläuterte, weshalb man von Schulseite her die Variante mit einem Totalunternehmer favorisiere. Damit habe man die grössten Einflussmöglicheiten auf das Bauprojekt selber wie auch auf die Vergabe der Arbeiten, sodass das lokale Gewerbe angemessen berücksichtigt werden kann. Dagegen wurde ein Antrag gestellt, den Kredit zurückzustellen mit dem Argument, bei der Variante Gesamtleistungswettbewerb seien die Einflussmöglichkeiten grösser als bei einer Totalunternehmerlösung mit einem fixierten Projekt. Einwände wurden auch laut, es seien noch zu viele Detailfragen ungeklärt, und die Standortwahl für den Neubau müsse genauer ausgearbeitet werden. Mit 14 gegen 24 Stimmen wurde indes der Rückweisungsantrag abgelehnt und mit 31 gegen 9 Stimmen der Projektkredit schliesslich gutgeheissen. Der Fahrplan sieht nun den Urnengang über den Neubau für den September 2020 vor. Baubeginn soll – bei einem Ja – im Frühling 2021 sein und die Eröffnung auf den Schulstart 2022/23 hin erfolgen.

Keine 50%-Klausel

Viel zu diskutieren gab die neue Gebührenverordnung für das Sportzentrum Schachen und Aussenanlagen. Einheimische Vereine dürfen die Anlage gratis benutzen. Die Sekundarschulpflege wollte eine Änderung vornehmen, indem einheimische Vereine nicht mehr nur ihren Sitz in den Gemeinden Bonstetten, Stallikon oder Wettswil haben, sondern zusätzlich auch «mindestens 50 % der Mitglieder» in diesen Gemeinden wohnen müssen. Gegen diese Bestimmung lief Floorball Albis Sturm. Laut Vereinspräsident Joël Mattle hätte eine solche Änderung für den Verein jährlich Mehrkosten von 20000 Franken zur Folge, zum einen für die Durchführung der Meisterschaftsspiele wie auch der verschiedenen Trainings. Die Mitgliederbeiträge müssten darum um 80 Franken erhöht werden. «Wir brauchen diese Halle, wir sind darauf angewiesen», so Mattle.

Um seiner Forderung nach einer Streichung der 50%-Klausel Nachachtung zu verschaffen, hatte der Verein seine Mitglieder, Bekannten und Freunde zur Teilnahme an der GV aufgeboten. Rund zwanzig Vereinsmitglieder leisteten dem Aufruf Folge und belegten – in ihre schwarzgrünen Vereinstrikots gekleidet – im Versammlungssaal die Sitze für die nicht Stimmberechtigten .

Lebhafte Debatte

Gegner der neuen Vereinsbestimmung bezeichneten diese als «sehr kleinlich». Den Wohnsitz von Vereinsmitgliedern zu kontrollieren, sei schwierig. Auch sei die Angst davor, dass viele überkommunale Vereine vom Gratisangebot für einheimische Vereine profitieren würden, unnötig. Die lebhaft geführte Debatte wurde immer wieder durch lauten Applaus der anwesenden Floorball-Vereinsmitglieder begleitet. Präsidentin Tamara Fakhreddine hielt dagegen, man sei hauptsächlich den einheimischen Steuerzahlern verpflichtet und müsse darauf achten, dass diese Hauptnutzniesser der Halle blieben. Auch solle verhindert werden, dass Vereine mit nur einem Vereinsmitglied aus Bonstetten ihren Vereinssitz hierher verlegen würden. Diese Argumente verfingen jedoch nicht. Mit 24 zu 17 Stimmen hiess die Versammlung gut, die 50%-Mitgliederklausel nicht in die neue Gebührenordnung aufzunehmen.

Die Jahresrechnung 2018 wurde ohne Gegenstimme gutgeheissen. Kein Wunder: Schliesst doch die Rechnung – dank höherer Steuereinnahmen und weniger Aufwand im Bereich der Sonderschule – markant besser ab als budgetiert. So resultiert bei einem Gesamtaufwand von 10,022 Millionen Franken ein Ertragsüberschuss von 1,109 Millionen Franken, statt eines budgetierten Aufwandüberschusses von 322000 Franken.

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